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einBlick: Schildkröten

Die Verwandtschaft der Schildkröte – KURMA – ist nicht nur alt, sie ist auch groß. Im Hatha YOGA zum Beispiel gibt es eine ganze Reihe von stehenden und sitzenden Asanas in Variationen, die diesen Namen tragen. Zumeist mit gegrätschten ausgestreckten Beinen, oft dabei die Hände hinter dem Rücken ‚gebunden‘ und die Füßchen hintern dem Kopf gekreuzt.

Die Schildkröte kann ihre Vorderbeine, Hinterbeine und ihren Kopf einziehen und so ist sie ganz in sich gekehrt. Manchmal trifft man sie auf einer YOGAmatte auch in der Vertikalen, auf zwei Händen pendelnd – als stehende Schildkröte – oder sonst irgendwie akrobatisch verrenkt.

Wir beginnen an Anfang, im Stehen. Das hat den Vorteil, dass wir die Schwerkraft als eine Ressource nützen, um die Information über die gegrätschten Beine zu verarbeiten und die Hüftbeugung zu intensivieren – durch loooooooslassen in der Hüftbeuge-Muskulatur. Nichts festhalten, aber die natürliche Länge stabilisieren. Also… der Anfang ist gemacht. Und eine Schildkröte hat Zeit. Bis zu tausend Jahre sagt man …

Kurma, die Schildkröte, wird als Symbol auch verwendet. Die Schildkröte kann all ihre fünf Glieder nach innen nehmen. So ähnlich gilt Kurma, die Schildkröte, auch als Symbol für Pratyahara, also die Fähigkeit, den Geist nach innen zu nehmen. In der Meditation ist es gut, wie eine Kurma zu sein, deine fünf Sinne – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen – diese fünf Sinne ziehst du nach innen, dann kann dich nichts mehr stören. So ähnlich kannst auch du all deine fünf Sinne nach innen ziehen, wie eine Kurma werden, und so ‚Pratyahara‚ üben, das Hineinziehen, das Zurückziehen der Sinne.

Kurma wird in einem anderen Zusammenhang auch Kurma Vayu genannt. Das ist die Kraft, die Lippen und Augen öffnen und schließen lässt (Blinzeln, Zwinkern). Die Energie von Kurma steuert also die Bewegung der Augenlider, um Staub und andere Fremdkörper sowie grelles Licht daran zu hindern, in die Augen einzudringen. Kurma kontrolliert die Zusammenziehenden Bewegungen.

Kurma sitzt in den Augenlidern und ist für die wissenden Yogis auch das Strahlen in den Augen. Vielleicht kann man das sogar mit der Bedeutung des ‚Shen‘ der Chinesen vergleichen. Die Energie von Kurma ist aktiv, wenn wir wach sind und wenn wir schlafen, wird sie wieder belebt, regeneriert.

Störungen des Kurma Vayu verursacht unkontrolliertes Blinzeln und Zucken der Augenlider. Tratak zu praktizieren oder auch Om zu singen, mit warmen Handflächen die Augen abzudecken sowie Asanas, bei denen der Kopf nach vorn gebeugt ist, bringen Kurma wieder ins Gleichgewicht und stärken es.

Und so schließt sich irgendwann ein weitschwingender Schildkröten-Kreis – oder knacken wir einen Panzer? – von der Körper-Kurma zur Meditations-Kurma. Vom aktiven Körper (Kurmasana) mit dem nach innen gerichteten Geist (Pratyahara) hin zum Innersten der menschlichen Seele.

2019 wird mein YOGA Jahr der Schildkröte mit all ihren Spielereien. Wir beginnen zu üben und üben weiter und weiter …

 

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