Blog, YOGA Aktuell, YOGA Background

nicht stillsitzen

Früher war es speziell für Kinder eine Strafe, wenn man nicht aus dem Haus durfte und stillsitzen musste. Heute ist es Alltag geworden, dass alles zu Hause stattfindet und Bewegung gar nicht mehr populär ist. Dabei ist das Sitzen von der Natur nur als Zwischenstation gedacht: vom Weg aus dem Stehen in die tiefe Hocke. Nur weil der Mensch bequem ist, hat er auf diesem Weg von oben nach unten kurz mal einen Stuhl eingeschoben, eine Mittelstation erfunden die zumindest in der westlichen Welt trotz triftiger gesundheitlicher Gründe bis dato nie wieder abgeschafft werden konnte.

Körperunfreundliches Sitzen

Nimmt man die Perspektive der Wirbelsäule ein, ist das Sitzen wesentlich anstrengender als gehen oder stehen. Der Druck auf die Bandscheiben ist in dieser seltsamen Situation wesentlich größer und die Rückenmuskulatur verspannt sich dabei besonders gerne. Dabei ist das Sitzen an sich noch nicht einmal das größte Problem – das sich gar nicht rühren, das still-stitzen ist der Knackpunkt. Dabei wär es nicht schwierig: zwischendurch aufstehen, ein paar Schritte gehen oder einfach am Stuhl hin und her wetzen, rutschen, irgendwie oder vll sogar mit Bewegungs-Anleitung die Region zwischen den Oberschenkeln und dem unteren Rücken mobilisieren, alles hilft in Richtung Entspannung für den Rücken.

Auf was sitzt du?

Diese Frage muss aus zwei Gesichtspunkten beantwortet werden. Anatomisch gesehen, ist die Antwort für uns alle gleich: auf den sogenannten Sitzbein Höckern (Tuber ischiadicum) am tiefsten unteren Ende des Beckens- nicht auf den Hüften, ok?! Das andere Teil ist ein Stuhl, eine Bank, eine Couch … zu diesem Thema hat es in den letzten hundert Jahren viele ergonomische Experimente gegeben. Mit dem Ergebnis: es gibt keinen Wunderwuzi-Sessel! Den ‚best sitting case‘ findet die Wirbelsäule und der ganze Mensch in einer Sitzgelegenheit, die höchste Bewegungsfreiheit für die Kontaktfläche mit dem Körper ausdrückt: kreisen, rutschen usw. Die guten, alten zumeist hölzernen Küchen-Stühle waren genau so: mit geraden Sitzflächen ohne Neigung, keine scheinbar bequemen Rückenlehnen, keine Rollen und kein Schnickschnack.

Die Natur sitzt nicht

Idealerweise entwicklen wir uns einfach wieder weg vom Sessel-Kleben zum Stehen und Gehen und erweitern Schritt für Schritt unseren Bewegungshorizont zurück zur Natur und  hinaus in die frische Luft…  das freut den Körper, den Geist wird inspiriert und die Seele atmet auf!

 

 

Teile meinen Beitrag:Share on FacebookEmail this to someonePin on PinterestTweet about this on Twitter