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die Nase ist

‚Die Nase ist zum Atmen da, der Mund zum Essen‘. Warum eigentlich? In prähistorischen Zeiten setzten unserer Vorfahren die Mund-Atmung ein, wenn der Säbelzahntiger in Riechweite war. Also, Gefahr in Verzug. So nahmen sie mehr Luft auf und bereiteten den Körper auf Flucht und/oder Angriff vor. Dieses Signal steckt auch noch tief im Unbewußten der Zellen des Menschen des 21. Jahrhunderts.
Mit dem kleinen Unterschied, dass es heute gar keinen Säbelzahntiger mehr gibt, also die körperliche Anstrengung entfällt, mit der wir unser Betriebssystem nach dem tiefen Mundatemzug wieder normalisieren würden.

Die Nase

Was als Nase mehr oder weniger prominent aus dem Gesicht ragt, ist nur etwa ein Drittel des Nasenvolumens, sozusagen die Spitze des Eisbergs. Die restlichen 70 % ziehen sich tief in den Schädel hinein. Eigentlich ist der Gaumenboden der Nasenboden.

Nasen-Atmung

In den Nasenmuscheln wird die eingeatmete Luft zu einem gleichmäßig geformten Strom gesteuert. Richtung und Geschwindigkeit der Luft wird reguliert. Sie wird erwärmt, befeuchtet und sterilisiert bevor sie das Endziel, die Lunge erreicht. Ein Amerikaner, ein gewisser, Dr. Maurice Cottle, hat schon 1954 erklärt, dass sie Nase mindestens 30 (!) Funktionen in Zusammenarbeit mit der Lunge, dem Herzen und anderen Organe erfüllt.

Mund-Atmer versus Nasen-Atmer

Mund-Atmung aktiviert den oberen Brustkorb, führt zu ‚tiefen‘ Atemzügen und simuliert tendenziell eine Stressreaktion. Nasen-Atmung ermöglicht eine regelmäßige, ruhige und gleichmäßige Atmung mit dem Zwerchfell als Haupt-Atemmuskel… sanft und leise. Also, genau das Gegenteil von den nur vermeintlich so nützlichen tiefen Atemzügen, die bringen das System Mensch tatsächlich überhaupt nicht in die Entspannung.

Mund-Atmer leiden oft unter Energiemangel, Konzentrationsschwäche und Stimmungsschwankungen. Warum? Weil ‚tiefes‘ Atmen zu einer verminderten Sauerstoffaufnahme in den Zellen führt. Selbst die Kiefer- und Zahnsituation kann durch die Mund-Atmung negativ beeinflusst werden: schiefe Zähne, schmale Kiefer und eingefallene Wangenknochen oder eine Verkleinerung der Nasenhöhle werden berichtet. Ausserdem fördert das Essen von Weißmehl, Zucker, Halbfertigprodukten die Mund-Atmung, weil schleim- und säurebildend.
Zu Zeiten unseres Freundes, des Säbelzahntigers, war die Ernährung zu 95 % basenbildend und 5 % säurebildend. Das hat sich umgedreht.

Atmen und YOGA

Yogi Ramacharaka schreibt für über 100 Jahren: ‚Eine der ersten Lektionen in der YOGA-Wissenschaft ist es zu lernen, wie man durch die Nasenlöcher atmet und die gängige Praxis des Mundatmens überwindet‘ und er mutmasst, dass ‚viele Krankheiten, denen der zivilisierte Mensch ausgesetzt ist, zweifellos auf diese verbreitete Gewohnheit der Mundatmung zurückzuführen sind.‘

Wirkweise der Nasen-Atmung

sie führt zu einer 10 – 20 %-igen höheren Sauerstoff-Aufnahme
sie beseitigt Keime und Bakterien aus der Atemluft
die Nase wärmt und befeuchtet die einströmende Luft auf Körpertemeratur
die Nase ist ein Reservoir für das Stickstoffmonoxid (NO) – ein wichtiges Gas zur Erhaltung unserer Gesundheit

Wirkweise der Mund-Atmung

sie trägt zu allgemeinen Dehydration bei
sie verursacht Mundgeruch
sie lässt uns mit trockenem Mund aufwachen, was die Übersäuerung des Mundes steigert und zu Karies oder Zahnfleischerkrankungen führen kann
sie führt nachweislich zu einer deutlichen Zunahme des Schnarchens


Also liebe YogiNis schreibt euch auch unter die Nasen: ‚Eine gute Nasen-Atmung hat einen guten Draht zum Hirn‘. Ein Faktum, das sich erfahrungsgemäß sehr positiv auf die Yoga Praxis und auf das richtige Leben im Allgemeinen auswirkt 🙂

'Erfolgsfaktor Sauerstoff'/Patrick McKeown - das inspirierende Buch zum Blog-Beitrag
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